MENINGOKOKKEN-ERKRANKUNG

WAS IST EINE MENINGOKOKKEN-ERKRANKUNG?
Eine Meningokokken-Erkrankung kann sich unter anderem durch eine Gehirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung zeigen. Verursacher sind Meningokokken-Bakterien, von denen es verschiedene Typen gibt. In Österreich ist der Typ B am häufigsten, gefolgt von C und Y.1,2



URSACHE
Meningokokken-Erkrankungen sind aufgrund anfänglich unspezifischer Symptome schwer zu diagnostizieren und zeichnen sich oft durch einen schnellen Verlauf aus. 1, 2, 7
Meningokokken sind Bakterien, die ausschließlich beim Menschen vorkommen. Bei Gesunden können sie die Schleimhaut des Nasenrachenraumes besiedeln, ohne Krankheitserscheinungen auszulösen. Kommt es jedoch zur Erkrankung, so kann der Verlauf von Meningokokken-Infektionen zu bleibenden Schäden führen, oder sogar tödlich sein.1, 4

ÜBERTRAGUNG
Meningokokken werden über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Die Bakterien leben im Nasen-Rachenraum des Menschen und können durch Küssen, Husten oder Niesen weitergegeben werden. 10 - 20 % der Bevölkerung tragen Meningokokken in sich, ohne zu erkranken, können die Bakterien aber an andere weitergeben. Die meisten Betroffenen stecken sich bei augenscheinlich gesunden Kontaktpersonen, z.B. Familienmitgliedern, Freunden oder Betreuungspersonen, an. 1

SYMPTOME

SYMPTOME
Von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Erkrankung dauert es in der Regel drei bis vier Tage. 1
Zunächst treten grippeähnliche Symptome auf. Dazu setzen oft in der Folge starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifheit ein. Bei einem großen Teil der Erkrankten treten zusätzlich kleine, punktförmige Hautblutungen auf, die sich schnell vergrößern können. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome häufig schwieriger zu deuten, da die Symptome oft trügerisch mild sind. 1, 2, 3, 4

WIE ZEIGT SICH EINE MENINGOKOKKEN-ERKRANKUNG? 1, 2, 3, 5



Zusätzliche mögliche Symptome bei Babys/Kleinkindern: Appetitverlust, Durchfall, Reizbarkeit, übermäßiges Weinen1, 7

KONSEQUENZEN
In Österreich werden jährlich ca. 30 - 100 Meningokokken Erkrankungen gemeldet. Selbst bei korrekter Versorgung im Krankenhaus stirbt etwa 1 von 10 Patienten. Bei bis zu 2 von 10 Überlebenden bleiben dauerhafte schwere Folgeschäden wie beispielsweise Amputationen, Hörverlust oder Hirnschäden zurück. 1, 5


RISIKOGRUPPEN



RISIKOGRUPPEN

Von den 5 wichtigsten Meningokokken-Gruppen A, B, C, W und Y sind in Österreich Meningokokken B und C am weitesten verbreitet. Das höchste Erkrankungsrisiko besteht bei Säuglingen und Kleinkindern bis 4 Jahren, gefolgt von Jugendlichen. 2

Säuglinge können aufgrund ihres unreifen Immunsystems besonders häufig und schwer an Meningokokken erkranken. 79 % aller Meningokokken-Erkrankungen in dieser Gruppe werden durch Meningokokken B verursacht.7

Bei Jugendlichen verursachen Meningokokken der Serogruppe B über die Hälfte der Fälle, über ein Drittel werden durch Meningokokken C ausgelöst.7

Jugendliche sind durch ihr Sozialverhalten – Rauchen, Küssen, Besuch von Veranstaltungen, Clubbings, Skikursen, Auslandsaufenthalte/Sprachreisen – besonders gefährdet. Auch Rekruten und Schüler in Wohnheimen gehören der Risikogruppe an.7


SCHUTZ-MÖGLICHKEITEN

SCHUTZ-MÖGLICHKEITEN

Der ÖSTERREICHISCHE IMPFPLAN empfiehlt die Meningokokken-Schutzimpfungen aktuell wie folgt:6

Meningokokken B:
für alle Kinder und Jugendlichen möglichst früh ab dem vollendeten 2. Lebensmonat.

Meningokokken C:
für Kleinkinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr empfohlen; möglich auch schon ab einem Alter von 2 Monaten.

Meningokokken ACWY:
für Jugendliche 1x im Schulalter (vollendetes 10.-13. Lebensjahr) im kostenfreien Impfprogramm. In bestimmten Situationen ab dem 2. Lebensjahr sinnvoll.

Zudem ist ein Meningokokken-Impfschutz (Bakterien-Typ je nach Situation bitte beim Arzt erfragen) für folgende Personen empfohlen:
> Menschen mit Immundefekten
> Reisende in Gebiete mit hohem Infektionsrisiko
> bei beruflichem Erkrankungsrisiko (zB Kinderärzte, Intensivmediziner)
> Kontaktpersonen im Umfeld von Meningokokken-Patienten


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